Hymne an die Köchin

Aikido in der Toskana 2017

Zum 2. Mal haben wir ein Aikido-Seminar veranstaltet, in dem die Schüler nicht nur von unterschiedlichen Lehrern in unterschiedlichen Sprachen unterrichtet werden, sondern auch Menschen unterschiedlicher Altersgruppen teilnehmen konnten.

Wir entschieden uns in diesem Jahr in die schöne Toskana zu reisen, trotz ewig langer, beschwerlicher Anfahrt mit über 30 Kids im Reisebus. Italien, Toskana und das Ki- Dojo in Florenz sind für unser Dojo seit langem ein hoch geschätzter Punkt auf der Aikido- Landkarte.

Nicht zuletzt aufgrund der weniger guten kulinarischen Erfahrungen, die wir in Rügen vor 2 Jahren im ersten Seminar dieser Art gemacht hatten wollten wir diesmal eine „italienische Köchin“ die für unser leibliches Wohl sorgt.

Das alle Aikidoka Koch- und Küchendienst als Teil des Seminars verstehen ist für uns selbstverständlich. Doch wie sollten wir eine versierte Köchin finden, die diesen Gewaltakt auf die Beine stellt:
Eine Woche lang 4 Mahlzeiten am Tag, vegetarisch, fleischlich, vegan, etliche Allergien der Kinder berücksichtigen, putzende, spülende, Gemüse-schnippelnde Kinder- Invasionen in der Küche dulden und beaufsichtigen; sämtliche Einkäufe bewältigen, und darüber hinaus das Frühstücks- Chaos aus Miso- Suppe und Porridge ertragen, während die Aikidoka schweigend auf der Wiese sitzen und bei Sonnenaufgang meditieren…

morning breeze

Wir haben sie gefunden und sie wurde zum Zentrum, zum Herzen des ganzen Seminars. Ihr Name ist Sabrina und mitgebracht hat sie … Familie natürlich, wie es üblich ist in Italien, ihre Nichte Martina. Diese beiden avancierten innerhalb kürzester Zeit zu den beliebtesten Personen bei den Aikidoka jeden Alters und das nicht nur aufgrund der wirklich schmackhaften und gesunden Speisen, die gezaubert wurden.

Nein, eigentlich lebten sie uns ein Aiki vor, das seinesgleichen sucht. Jeder war jederzeit in der Küche willkommen und tauchte ein in die Aura einer immer strahlenden und gutgelaunten „Mamma“ Sabrina.

sabina & Sofie & cake

Jeder durfte und wollte mitkochen, Kuchen backen oder Teller spülen.

spülen

 Nach 3 Tagen kannte Sabrina die Namen aller 65 Aikidoka, deren Essgewohnheiten und persönliche Eigenarten. Sie tröstete heimwehkranke Kinder, beklagte sich nie und hatte für jeden und alle die richtigen Worte. Eine Maestra della cucina mit großem Herzen der die Liebe zu den Menschen aus allen Poren strömt.

„Liebe geht durch den Magen“, sagt man in Deutschland.

Ich persönlich glaube, das gutes gesundes und mit Liebe zubereitetes Essen besonders (und nicht nur) für die Kinder bei einem Aikido Seminar enorm wichtig ist. Gerade wenn sie weit weg sind von Daheim und sie sich mit Widrigkeiten wie sehr frühem Aufstehen, langen Trainingsstunden, fremden Sprachen und fremden Leuten auseinandersetzten müssen.

Hmmmm....

Gutes Essen gibt ihnen Sicherheit und emotionale Stabilität.

Mit dieser Köchin an unserer Seite wurde das Seminar zu einem außergewöhnlich schönen Aikido-Erlebnis. 6 Sensei teilten sich 7 sonnige Unterrichtsstunden am Tag, die wunderbare Landschaft des Casentino immer im Blick.

feel the space

Glückliche große und kleine Aikidoka täglich. Ja, natürlich haben wir viel trainiert und meditiert;

 outdoor_hat

die Kinder haben gespielt, getanzt, gesungen und den Pool erobert, Freundschaften geschlossen und beim Abschied bitterlich geweint. Das alles war durchaus das Ergebnis vieler Stunden der Vorbereitung und Planung, vieler tausend Stunden der Erfahrung seitens der deutschen, irischen, italienischen und britischen Aikido Sensei. Aber eben auch getragen von den beiden herzlichen Köchinnen, die uns Experten in Sachen friedlicher Kampfkunst gezeigt haben wie einfach es sein kann seine Aufgabe mit Liebe zu tun, also Ki fließen zu lassen und alle Menschen so zu nehmen, wie sie sind.

Grazie Sabrina e Martina

Iris A. Scanlon

pdficon_smallHyme to the cook (ENG)